Neuer Fokus, klare Position: XINGs Wandel zum Jobnetzwerk
„XING? War das nicht mal das deutsche LinkedIn? Gibt’s die noch?“ Diese Reaktion war in den letzten Jahren nicht selten, wenn die Plattform mit dem knallgrünen Logo in unserer Mediaberatung zur Sprache kam. Und so ganz verdenken kann man es niemandem. Viele erinnern sich an XING als digitale Visitenkarten-Sammlung mit Gruppen, Events und einem starken Networking-Gedanken. Als es Ende 2023 damit vorbei war und die neue Positionierung als Karriere- und Jobplattform in den Markt getragen wurde, war die Resonanz eher verhalten.
Das soll sich ändern: XING hat verstanden, dass kommunikativ und produkt-strategisch dringend nachgebessert werden musste.
Vom Networking-Hub zur Karriereplattform mit individuellem Fokus
Was einst als breit aufgestelltes Business-Netzwerk begann, ist heute ein nutzerzentriertes „Jobs-Netzwerk“ und konzentriert sich auf eine Funktion: Menschen und passende Jobs zusammenzubringen.
Dialogbasierte KI und smartes Matching ebnen den Weg

Für Jobsuchende bietet XING (KI-gestützte) Orientierung für die individuelle Karriereplanung und zeigt konkrete berufliche Perspektiven auf. Die Nutzerführung ist intuitiv und niedrigschwellig, statt eines klassischen Suchfensters wird von der KI ein Gespräch zur Jobsuche angeboten.
Das heißt, die Talente können in einer sprachlichen Form, die sich ganz natürlich anfühlt, in der Form eines Chats Ihre Wünsche bei der Jobsuche beschreiben und die KI interpretiert den Kontext. Hier reichen Inputs von „Ich möchte in meinem Job Kinder zum Lachen bringen“ über „Ich will mehr verdienen“ bis hin zu „Ich möchte endlich nach Hamburg umziehen“ – daraus abgeleitet erhalten die Jobsuchenden passende Stellenanzeigen zur Ansicht.
Der Vorteil dabei: Suchende müssen hier nicht sämtliche in Stellenanzeigen benannten Karrierestufen, Schreibweisen und Jobbezeichungen selbst parat haben, sondern die Maschine stellt die Verbindungen her. Besonders spannend wird es, wenn Bewerbende bereits ein Profil bzw. Lebenslauf auf der Plattform angelegt haben. Dank künstlicher Intelligenz, die auf vorhandene Daten zurückgreift, fallen Angaben zu Fähigkeiten, Ausbildung und bisherigen Anstellungen weg und sparen Talenten Arbeit und Zeit.
Für Unternehmen und Personalmarketing-Verantwortliche ist das eine echte Chance, da die Profile von aktiven Jobsuchenden immer noch Dreh- und Angelpunkt des Ganzen sind und Stellenanzeigen ein optimal ausgesteuertes Matching erhalten.
„Die Stellenanzeige“ ist da

Ein Produkt, ein Preis und im Durchschnitt 23 Bewerbungen pro Anzeige.
So lautet das Leistungsversprechen für Die Stellenanzeige. Ja, die heißt wirklich so.
Das wenig subtil an einen der blauen Riesen aus Düsseldorf erinnernde Anzeigenportfolio (Core, Pro, Ultimate) ist also Vergangenheit. XING bietet nur noch ein einziges Anzeigenprodukt mit 60-tägiger Laufzeit an, das den Performance-Vergleich mit beiden Düsseldorfer Riesen nicht scheuen muss.
Anhand des Leistungsversprechens wird klar: Die Neupositionierung von XING ist mehr als ein kosmetisches Rebranding. Sie ist Ausdruck eines klaren strategischen Wandels, weg vom allgemeinen Business-Netzwerk (das Feld hat man LinkedIn überlassen), hin zu einer fokussierten Plattform für die Jobsuche im deutschsprachigen Raum.
Gerade im Vergleich zu internationalen Plattformen punktet XING mit regionaler Tiefe, Datenschutzsensibilität und einem klaren Verständnis für die Bedürfnisse des DACH-Arbeitsmarktes. Für Arbeitgeber bietet das ein Umfeld, in dem Stellenangebote nicht im globalen Rauschen untergehen, sondern gezielt die richtigen Zielgruppen erreichen.
Warum sich ein neuer Blick für Arbeitgeber lohnt
Für viele Unternehmen ist XING in den letzten Jahren etwas aus dem Fokus geraten. Umso wichtiger ist es jetzt, die Entwicklungen neu zu bewerten. Die Plattform hat sich verschlankt und ihre Nutzerführung deutlich verbessert.
Das Ergebnis: eine aktive, wechselbereite und karriereorientierte Community.
Im modernen Personalmarketing geht es darum, dort präsent zu sein, wo relevante Zielgruppen nicht nur verweilen, sondern aktiv nach Perspektiven suchen. Genau das ist bei XING zunehmend der Fall. Wer hier authentisch auftritt, Einblicke gewährt und klare Mehrwerte kommuniziert, stößt auf offene Ohren.
Unser Fazit: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt
Die Transformation von XING zeigt, wie dynamisch sich digitale Plattformen entwickeln können – wenn sie den Mut haben, sich auf ihre Kernkompetenz zu besinnen. Für Arbeitgeber bedeutet das: weniger Experiment, mehr strategische Option.
Als Personalmarketing-Agentur empfehlen wir, XING wieder bewusst und als gezielte Ergänzung in den Media-Mix aufzunehmen. Wer die neue Ausrichtung versteht und nutzt, kann vom Wandel profitieren.
Wir finden: Manchmal lohnt es sich, einer bekannten Plattform eine zweite Chance zu geben. Bei XING stehen die Zeichen dafür so gut wie lange nicht mehr.


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