Fishing for Bewerbungen: Den idealen Jobtitel finden
Vielleicht kennen Sie das: Sie sind in einer Buchhandlung unterwegs, auf der Suche nach neuer Lektüre. Weil Sie gerne Krimis lesen, halten Sie sich schon in der entsprechenden Abteilung auf und stöbern sich durch. Da fällt Ihnen ein Buch in die Hände, dessen Titel Sie sehr anspricht, so sehr, dass Sie sofort mit dem Buch zur Kasse gehen.
So ähnlich funktionieren auch Jobtitel – die Buchhandlung ist das Internet, die Krimiabteilung das Jobportal, der Buchtitel ist der Jobtitel.
Während Sie in der Buchhandlung nach einem Krimi mit dem Wort „Mord“ im Titel suchen, geben auch Jobsuchende bestimmte sogenannte Keywords in die Suchmasken der Jobportale ein.
Diese Keywords gilt es herauszufinden, denn wenn Sie wissen, nach was Ihre Zielgruppe sucht, erreichen Sie die richtigen Kandidat*innen, erhalten qualifizierte Bewerbungen – und können die freie Stelle schneller passend und damit kosteneffizienter besetzen.
Oberstes Gebot: an die Zielgruppe denken
Jobsuchende suchen mit jenen Begriffen, die sie kennen und selbst verwenden. Wenn also jemand gelernte*r „Buchhalter*in“ ist, wird der- oder diejenige kaum nach einem „Accountant“ suchen.
Wenn Sie also eine Position „Personal Assistant“ nennen, die Jobsuchenden jedoch nach „Assistenz“ suchen, wird Ihre Stellenanzeige im besten Fall zwar irgendwann in der Trefferliste erscheinen, im schlechtesten Fall jedoch sehr weit unten oder sie wird gar nicht gefunden. Je nachdem, wie gut die Jobportale eine Verbindung zwischen einzelnen Suchwörtern herstellen.
Und eine zusätzliche Hürde kommt hier hinzu: Immerhin fast 20% der Bewerber*innen insgesamt und über 26% der Bewerber*innen unter 30 bewerben sich nicht, wenn Sie den Titel nicht verstehen.
Sie erinnern sich an die Krimis? Das wäre sozusagen so als seien Sie versehentlich in die fremdsprachige Abteilung geraten und das Wort „Mord“ stünde auf Finnisch („murha“) auf dem Buch – eine Information, die Ihnen nicht weiterhilft bei Ihrer Suche nach einer spannenden Lektüre.
Zum Thema Zielgruppe beachten gehört auch noch, dass Sie interne Begriffe außen vorlassen sollten. Sind diese ausschließlich intern gebräuchlich und werden extern von niemandem verstanden, wird sie auch niemand suchen – und Ihre Stelle wird wahrscheinlich schwer oder nicht gefunden.
Viel Information und doch prägnant
First things first: das Wichtigste nach vorne!
Auf der Zeichenbeschränkung beruht auch der nächste Tipp: Setzen Sie die wichtigsten Informationen nach vorne. Suchen Sie einen SAP FI/CO Consultant (m/w/d), dann nennen Sie ihn auch so und nicht Consultant (m/w/d) SAP FI/CO. Alleine für das „(m/w/d)“ gehen hier sieben Zeichen flöten, die Ihnen für die Auffindbarkeit der Stelle nichts bringen, und das Keyword „Consultant“ ist nicht so ergiebig wie „SAP FI/CO“.
Klotzen, nicht kleckern: wichtige Kenntnisse in den Titel
Sollten die Bewerber*innen bestimmte Fachkenntnisse mitbringen, die essenziell für die Tätigkeit sind, können und sollten Sie auch diese in den Titel aufnehmen. Dies gilt z. B. für Programmiersprachen, die ein Softwareentwickler beherrschen muss.
Google kann Grammatik, aber nur, wenn die Schreibweise stimmt
Inzwischen ist Google so schlau geworden, dass es beispielsweise erkennt, dass „Projekt- und Prozessmanager“ eigentlich ausgeschrieben zwei Keywords enthält: „Projektmanager“ und „Prozessmanager“.
Auch bei Begriffen, die Sie mit einem „/“ voneinander trennen, erkennt Google, dass es zwei eigenständige Wörter sind, aber Achtung: hier müssen Sie Leerzeichen setzen! Also: „Banking / Finance“ und nicht „Banking/Finance“, bei letzterem hat Google Probleme.
Sprechen Sie alle Geschlechter an
Da gemäß des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes Bewerber*innen aufgrund ihres Geschlechts nicht benachteiligt werden dürfen, sollten Sie nicht nur im Titel, sondern auch prinzipiell in Ihren Stellenanzeigen darauf achten, geschlechterneutral zu formulieren. Allein schon, um sich rechtlich abzusichern.
Titelvarianten miteinander vergleichen
Sind Sie einmal unsicher, welche Keywords funktionieren könnten und welcher Titel am sinnvollsten ist, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Sie nutzen Google Trends, ein Tool, mit dem man zwei Begriffe miteinander vergleichen kann. Die Ergebnisse werden in Relation zum totalen Suchvolumen gesetzt, sodass Sie direkt sehen, welcher Begriff eher gesucht wird.
- Sie setzen sich mit uns in Verbindung – wir helfen Ihnen gerne bei der Suche nach dem perfekten Jobtitel und auch bei vielem mehr zum Thema Personalmarketing.
Beispiel für einen verbesserten Stellentitel
Mitarbeiter (m/w/d) in der Buchhaltung
Alternative: Buchhalter Lohnabrechnung SAP (m/w/d)
- Die Zielgruppe sucht eher nach „Buchhalter“ als nach „Buchhaltung“, daher empfiehlt es sich, dieses Keyword zu benutzen
- „Mitarbeiter“ sagt als Keyword wenig aus und wird auch nicht von Jobsuchenden als Suchbegriff verwendet
- „in der“ ist „Datenschrott“, der wertvolle Zeichen verschwendet und kann daher raus; „(m/w/d)“ rückt aus dem gleichen Grund an das Titelende
- Mit „Lohnabrechnung SAP“ ist für die Bewerber*innen sofort ersichtlich, in welchem Bereich der Buchhaltung sie tätig sein werden
Das Wichtigste kurz zusammengefasst
- Titel möglichst spezifisch wählen und viele Infos aufnehmen
- Maximale Titellänge: 40 – 60 Zeichen
- Mindestens 3 prägnante Keywords verwenden
- Zielgruppe beachten und Titel entsprechend wählen
- Das Wichtigste an den Anfang
- „Datenschrott“ und Füllwörter vermeiden
- Auf interne Begriffe verzichten
- Notwendige Kenntnisse mitaufnehmen (z. B. Programmiersprachen o. Ä.)
- Leerzeichen benutzen! („XY / AB“; „Sprechstunden- / Praxisbedarf“)
- Geschlechterneutral formulieren und „(m/w/d)“ benutzen
- Titelvarianten miteinander vergleichen (Google trends)
Kommen Sie auf uns zu, wir beraten Sie gerne.



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